Umbau Plattenbau Grusonstraße

Ort: MagdeburgRealisierung: 2017–2019Wohn- und Nutzfläche: ca. 3.000 m²Leistungsphasen: 1–4Baukosten: ca. 3,2 Mio. €

Die Historie

Im Jahre 1973 wurde das Gebäude als Unterkunft für die Arbeiter des Schwermaschinenbau-kombinates Ernst Thälmann in unmittelbarer Nähe zu dessen Hauptverwaltung errichtet.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden zu Beginn der 90er Jahre umfangreiche Umbaumaßnahmen durchgeführt, um das ehemalige Arbeiterwohnheim zu einem Bürogebäude umzugestalten. Fortan hatte hier eine Zweigstelle des Arbeitsamtes ihren Sitz.
Mit dem Auszug des Arbeitsamtes wurde das nun leerstehende Gebäude dem Verfall preisgegeben.

Die Konstruktion des Gebäudes

Das Gebäude weist eine Länge von 51.50 m, eine Breite von 14.60 m und eine Höhe von 17 m über Gelände auf.
Die Konstruktion des Gebäudes stellt sich als ein Sonderbau der standardisierten DDR-Platten-bauweise dar. Hier handelt es sich um einen Stahl-Beton-Skelettbau, welcher auf einer Tragstruktur aus Stützen und Riegeln aufgebaut ist. Das Konstruktionsraster beträgt 3.60 m x 5.20 m. Die Gründung wurde mit Streifenfundamenten und das Kellergeschoss in Fertigteilbauweise hergestellt. Die Giebelwände, Decken sowie die Treppen wurden ebenso mit vorgefertigten Betonelementen errichtet. Die Fassade besteht aus einer eigenständigen Aluminium-Vorsatzkonstruktion, welche in Pfosten-Riegel-Bauweise den massiven Decken und Stützen vorgelagert ist. Die Verglasungen sind als Fensterelemente und brüstungshohe Blindpaneele ausgeführt. Das Dach ist analog der typisierten Plattenbauweise seiner Zeit als Flachdach mit einer innen liegenden Entwässerung ausgebildet.
Über den Zugang im Hochparterre wird das Gebäude mittels eines zentral gelegenen Treppenhauses in jeder Etage durch einen Mittelflur erschlossen.
Derzeit ist eine barrierefreie Erschließung des Gebäudes nicht gegeben.

Der Umbau zu modernen Wohnungen

Die Umgestaltung des Plattenbaus erfolgt konsequent und mit hohem architektonischem Anspruch. So werden die alten Längsfassaden zurückgebaut in massiver Bauweise neu errichtet. Die Zugangssituation wird neu organisiert und ein Aufzug zur barrierefreien Erschließung der Wohnungen im Gebäude integriert. Im Hochparterre und dem 1. Obergeschoss sind großzügige Wohnungen über jeweils 2 Etagen mit Townhouse-Charakter geplant. Diese Wohnungen werden über die vorgelagerten Terrassenbereiche direkt erschlossen. Im 2. Obergeschoss sind Etagenwohnungen mit Balkonen vorgesehen. Das 3. Obergeschoss und das Penthouse bieten wiederum attraktiven Maisonettwohnungen Raum. Hierzu wird das bestehende 4. Obergeschoss abgebrochen und derart neu wieder aufgebaut, dass zwischen den Wohnbereichen großzügige Terrassen entstehen.
In Funktion und Gestaltung lässt der ehemalige Plattenbau nichts mehr von seiner ursprünglichen Bauweise erahnen. Modern und mit hohem Wohnkomfort stellt er eine niveauvolle Bereicherung der Wohnungsbaulandschaft für Magdeburg-Buckau dar.